Wollwalk oder Wollfleece? Qualitätsmanagerin Katja bringt Klarheit
Katja ist Qualitätsmanagerin bei ENGEL und kennt jede Faser persönlich. Ihr Spezialgebiet: Kleidung aus Naturfasern wie Merinowolle und ihre Verarbeitung.
Mit ihrer Erfahrung und viel Liebe zum Detail hat sie die Qualität unserer Produkte im Blick. Regelmäßige Stichproben gehören ebenso dazu wie gezielte Prüfungen von Materialien und einzelnen Kleidungsstücken, zum Beispiel auf Schadstoffreinheit und Farbechtheit.
Mit ihrer Leidenschaft für Textilien und ihrem tiefen Fachwissen steht sie für das, was ENGEL ausmacht: Hohe Qualität – von der Faser bis zur Naht.
Katja:
„Nach dem Stricken wird das Material zunächst gewaschen. Anschließend wird die Oberfläche beidseitig aufgeraut, um diesen herrlich weichen Flauscheffekt zu erzielen, den viele so lieben.
Danach wird das Fleece auf eine einheitliche Faserhöhe rasiert und lose Fasern werden abgesaugt – wobei trotzdem manchmal noch ein paar Fussel übrigbleiben. Das ist normal und verschwindet mit der Zeit.
Wir haben bei ENGEL zwei Varianten:
- Leichterer Wollfleece für Baby- und Kinderbekleidung (Overalls, Jacken, Hosen)
- Dickerer Wollfleece für Damen- und Herrenjacken"
Wie entsteht Wollwalk?
Katja:
„Wollwalk entsteht ebenfalls aus dem Frottee-Grundstoff. Dieser wird aber zusätzlich einem Walkprozess unterzogen. Dabei wird der Stoff mit fast 100 °C heißem Wasser drei Stunden lang gewaschen. Die Schuppenstruktur der Wollfasern quillt auf, die Fasern verhaken sich ineinander – so entsteht ein kompakter, robuster Stoff mit vielen kleinen Luftkammern, die hervorragend Wärme speichern.
Unser gestrickter Walk hat ein spezifisches Gewicht von etwa 440 g/m², ist aber trotzdem dehnbarer als gewebter Walkstoff – perfekt für aktive Kinder und bewegungsfreundliche Kleidung für Damen und Herren.“
Frage:
Eine häufige Frage aus der Community lautet: Was ist eigentlich wärmer – Wollwalk oder Wollfleece?
Katja:
„Beide Stoffe haben ihre Stärken.
Wollwalk wird durch den Walkprozess dichter und isolierender wie Wollfleece – er hält Wind besser ab und speichert die Körperwärme länger.
Wollfleece ist dagegen besonders weich, leicht und anschmiegsam. Es hat durch die aufgeraute Oberfläche viele kleine Luftpolster, die wärmen und zugleich atmungsaktiv sind.“
Katja:
„Von Kund:innen bekommen wir sehr häufig genau diese Frage. Wollfleece eignet sich in der Regel für Temperaturen zwischen +5 und +18 °C, abhängig von der individuellen Empfindlichkeit der darunter getragenen Kleidung. Bei kalten Temperaturen kann es als Mittelschicht (Midlayer) unter einer wetterfesten äußeren Schicht wie einer Wollwalkjacke getragen werden. Babys und Kinder sind mit Wollfleece ideal ausgestattet für den Übergang. Die genaue Temperatur ist individuell, daher ist es wichtig, auf das Kind zu achten.
An besonders kalten, windigen Tagen empfehle ich, zusätzlich Wollwalk als Außenschicht zu tragen. Aber auch wenn es sehr kalt ist, bei Temperaturen bis in die Minusgrade, ist Wollfleece für draußen geeignet, vorausgesetzt das Kind hat genügend Lagen (3-4) Wollkleidung darunter an.“
„Grundsätzlich gilt: Beide Materialien sollten möglichst selten gewaschen, dafür regelmäßig ausgelüftet werden.
Wenn nötig, dann im Wollwaschgang bei maximal 30 °C und 400 Umdrehungen mit einem speziellen Wollwaschmittel.
Wichtig: Keinen Weichspüler verwenden, denn er schädigt die Wollstruktur.
Wollfleece kann wegen dem Herstellungsprozess – dem Rauen beim Ausrüsten, welches dafür sorgt, dass der Stoff so voluminös und flauschig ist – stärker zum Pilling neigen.
Wollwalk hingegen ist robuster und abriebfester.“
Katja (lacht):
„Für mich privat? Ich bevorzuge Wollwalk. Ich liebe das kompakte, warme Tragegefühl, besonders bei Spaziergängen oder im Garten.
Wollfleece trage ich aber auch sehr gern – vor allem zuhause oder wenn ich mich frei und leicht bewegen möchte. Es kommt auf die Situation an – und genau das ist ja das Schöne: Beide Stoffe ergänzen sich perfekt.“