Lexikon
    Begriffsdefinitionen von A–Z

A

Ajour

Ajour

Der Begriff Ajour stammt aus dem Französischen und beschreibt Web- oder Maschenwaren, die fein durchbrochen sind. Die Muster, die dadurch entstehen, bezeichnet man als Ajour-Muster.

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Ausrüstung

Ausrüstung

ist der Sammelbegriff für alle Verfahren der Textilveredelung, die nach dem Weben oder Stricken den Gebrauchswert, d. h. das Erscheinungsbild, die Trage- oder Pflegeeigenschaften einer Ware verändern. Man unterscheidet zwischen mechanischer und chemischer Ausrüstung.

Zur mechanischen Ausrüstung mit Wasser, Dampf oder Druck, ohne Einsatz von chemischen Hilfsmitteln gehört Waschen, Krumpfen und Rauen. Herkömmliche Textilien werden häufig chemischen Behandlungen unterzogen, wie z. B. Eulanisieren gegen Motten- und Käferbefall, Super-Wash-Ausrüstung gegen Verfilzen, Schmutz abweisende Ausrüstung oder Mattierung, um Hochglanz zu vermeiden, außerdem die Knitterfrei-, Wasserabweisend- und Antipilling-Ausrüstung, um nur einige zu nennen.

Diese Behandlungen bewirken eine Strukturveränderung der Naturfasern durch Aufbringung von Salzen oder Ummantelung mit Kunstharzen. Dabei werden Gesundheit und Umwelt belastet. Unbehandelte ENGEL-Produkte aus Baumwolle, Wolle oder Wolle/Seide werden ausschließlich mechanisch ausgerüstet, d. h. gewaschen, evtl. gekrumpft oder geraut und danach schonend weiterverarbeitet.

Gegen „natürliche Feinde", wie Motten, Kugel- oder Pelzkäfer, schützen Sie Ihre chemisch unbehandelten Naturtextilien wirkungsvoll und auf natürliche Weise mit einigen Tropfen Lavendelessenz auf einem Wattebausch im Kleiderschrank, Wucherblumenpapier, Zedernholz oder Arvenöl, einem ätherischen Öl der Zirbelkiefer.

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B

Baumwolle

Baumwolle

Baumwolle

Darunter versteht man das Samenhaar der Baumwollkapsel, die bei voller Reife aufspringt. Sie wächst in tropischem und subtropischem Klima. Baumwolle von ENGEL ist grundsätzlich handgepflückt, sie stammt immer aus kontrolliert biologischem Anbau und ist dadurch frei von Pestiziden, Kunstdünger und Herbiziden. Neben dem schonenden Umgang mit der Natur ist eine faire Zusammenarbeit mit den Erzeugern gewährleistet. Naturbaumwolle ist sehr hautfreundlich und somit für empfindliche Haut besonders geeignet, dabei äußerst strapazier- und widerstandsfähig. Naturbaumwolltextilien sind zudem antistatisch, farbbeständig und können bei hohen Temperaturen in der Waschmaschine gewaschen werden.

Wäsche aus unbehandelter Baumwolle sollten Sie etwas größer kaufen, da diese beim Waschen ca. um 3 % bis 5 % einläuft. Handelsübliche Vollwaschmittel, die optische Aufheller, Bleichmittel, Phosphate etc. enthalten, sind nicht empfehlenswert, weil die Farben schneller verblassen, die Textilien stark strapaziert werden und die Abwässer zusätzlich mit Chemikalien überfrachtet werden.

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Bio

Bio

Bio-Produkte liegen im Trend, jedoch ist der Begriff „Bio" im Textilbereich nicht geschützt, sodass Sie bei der Bezeichnung „Bio" keine Gewähr haben, dass es sich um Waren handelt, die nach ökologischen Gesichtspunkten hergestellt wurden. Dasselbe gilt für Begriffe wie „natürlich", „Natur", „gesund" oder „Öko". Nur auf die Bezeichnungen wie „kontrolliert biologischer Anbau (kbA)", die Qualitätszeichen „NATURTEXTIL-IVN ZERTIFIZIERT BEST", „GLOBAL ORGANIC TEXTILE STANDARD (GOTS)", „BIOLAND" und „DEMETER" können Sie sich verlassen.

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Bourette-Seide

Bourette-Seide

Aus dem Kämmprozess der Schappeseide-Spinnerei abgefallene Kurzfasern, sowie die kurzen und wirren Faserteile der innersten und äußersten Umhüllung des Seidenspinnerkokons ergeben die mittelfeinen bis groben Naturseidegarne, die Bourette-Seide, meist unregelmäßig und noppig. Sie ist stumpfer aber auch fülliger als Schappe-Seide.

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F

Frühchenwäsche

Frühchenwäsche

Immer mehr Kinder und Erwachsene leiden an Neurodermitis. Schon jedes dritte Kind ist allergisch veranlagt. Vor diesem Hintergrund gilt es Allergene – ganz besonders in den ersten Lebensmonaten – zu vermeiden. Nicht nur die große Hautoberfläche, sondern auch das schwache Immunsystem führen zu einer hohen Empfindlichkeit der Baby- und Kinderhaut gegenüber Schadstoffen.

Eine schadstofffreie Wäsche und Bekleidung schließt die Gefahr einer Schadstoffaufnahme durch die Haut weitgehend aus. Aus diesem Grund lag es nahe, auch für frühgeborene Kinder Wäsche aus Naturtextilien zu fertigen. In Zusammenarbeit mit dem Frühchenverein der Kinderklinik Reutlingen entwickelte ENGEL 1998 die erste Frühchenwäsche unter dem Motto »Kleidung nach Maß«. Dieses Wäscheprogramm, das speziell auf die Bedürfnisse der Allerkleinsten abgestimmt ist, umfasst Strampler, Mützchen, Pulli, Schlafanzügchen, Wickelbodies und Schlafsäckchen schon ab Größe 38 und 44. Die Produkte gibt es aus weichen Wolle-Seide-Mischungen, naturbelassener Baumwolle oder aus flauschigem Schurwoll-Frottee.

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H

Hautfunktionen

Hautfunktionen

Die Haut ist unser größtes und wichtigstes Sinnesorgan. Sie dient uns Menschen als schützende Hülle, sie empfindet Streicheleinheiten ebenso wie Schmerz, Druck und Temperatur und sie reguliert unseren gesamten Wärme- und Feuchtigkeitshaushalt. 1 bis 2 Liter Flüssigkeit, je nach körperlicher Anstrengung, gibt sie täglich zur Kühlung des Körpers über die Schweißdrüsen ab. Unsere Bekleidung muss diese Feuchtigkeit, den Schweiß, aufnehmen und nach außen zur Verdunstung abführen. Funktioniert dieser Vorgang nicht, entsteht ein unangenehmer Wärme- und Feuchtigkeitsstau, z. B. bei Bekleidung aus Synthetikfasern oder bei Plastikwindelhöschen. Unsere „Belüftung der Haut", d. h. der Abtransport der Feuchtigkeit und der Kälteschutz, hängt ganz wesentlich von den textilen Fasern (tierische oder pflanzliche), von deren Verarbeitung (gewebt oder gestrickt) und von den Luftschichten ab, die zwischen Haut, Unterwäsche und Oberbekleidung liegen. Tierische „Haare"; wie z. B. Wolle oder Seide wärmen im allgemeinen besser als pflanzliche Fasern oder Synthetiks, gestrickte Stoffe bilden eher isolierende Luftpolster als gewebte Materialien. Unangenehmen Geruch lösen Bakterien aus, die sich im Schweiß sehr schnell bilden. Pflanzliche und synthetische Fasern sind ein guter Nährboden für solche Bakterien. Tierische Fasern, Wolle und Seide, nehmen den Geruch auf und geben ihn durch Lüften wieder ab, lassen die Bakterien also nicht so leicht ansiedeln.

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I

IVN

IVN

Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V. siehe unter Naturtextil.

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Interlock

Interlock

Dehnfähige, doppelflächig flach- oder rundgestrickte oder gewirkte Maschenware, die auf beiden Warenseiten nur rechte Maschen zeigt, aber nicht gerippt ist. Zwei Rechts-Rechts-Gestricke werden so miteinander vereinigt, dass einer rechten Masche der Vorderseite eine, leicht versetzte rechte Masche der Rückseite gegenüberliegt. Es ergibt sich dadurch ein sehr feines und glattes Maschenbild. Der Stoff wirkt sehr geschmeidig.

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K

KbA

KbA

Kontrolliert biologischer Anbau

Der traditionelle Baumwollanbau erfolgt in Monokulturen. Das Saatgut ist teilweise mit Fungiziden angereichert. Die Felder werden bis zu 25-mal je Vegetationsperiode mit Pestiziden gespritzt, meist per Flugzeug. Vor der maschinellen Ernte werden die Baumwollsträucher entlaubt. Durch intensive chemische Düngung und Pestizideinsatz nehmen Insektenplagen zu, weil die Schädlinge gegen die verschiedenen Pestizide resistent werden. Ein immer größerer Schadstoffeinsatz ist notwendig, der die Böden übersalzt und den Wassergehalt sinken lässt. Dadurch nimmt der Nitratgehalt zu und schließlich erodiert der Boden. Die Pestizidrückstände gelangen in die Nahrungskette. Schon in den 80er Jahren wurden im Pinguinfett auf der Antarktis Pestizidrückstände gefunden. Aber nicht nur der Boden und damit die Nahrungskette werden vergiftet, sondern vor allem die Landarbeiter, die meist barfuß auf ihren Feldern arbeiten. Man spricht von bis zu 30.000 Menschen, die jährlich an diesen Vergiftungen sterben. Fungizide und Pestizide haben beispielsweise mutagene (erbgutverändernde) und neurotoxische Wirkung.

Kontrolliert biologischer Anbau lässt nur natürliche Düngemittel zu und schreibt einen Anbau in Fruchtfolge (z. B. mit Getreide oder verschiedenen Gemüsesorten, wie z. B. Mais, Bohnen, Erdnüsse) vor. Das heißt, Baumwolle wird ohne chemische Düngemittel und ohne Einsatz von Pestiziden angebaut, nach biologisch-dynamischen Richtlinien. So werden nur Böden bewirtschaftet, die über mehrere Jahre nicht mit Chemikalien bearbeitet wurden. Unkraut wird von Hand entfernt, Schädlinge werden durch Mischkulturen und Ansiedelung von nützlichen Insekten bekämpft. Angelegte Biotope, wie Hecken und Bäume, dienen als Nistplätze für Vögel und Kleintiere. Gründüngung und wechselnde Fruchtfolge beleben den Boden und lassen die Ernte ertragreicher werden. Je nach Reifegrad der Baumwollkapseln erfolgt die Ernte in 3 bis 4 Pflückungen von Hand.

Auf Spritzen von Entlaubungsmittel zur maschinellen Ernte der Baumwolle wird bei kontrolliert biologischem Anbau selbstverständlich verzichtet. Engel verwendet für die Baumwollwäsche ausschließlich Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Unsere Wäsche ist mit der höchsten Prämierung des IVN, mit dem Qualitätszeichen NATURTEXTIL – IVN ZERTIFIZIERT BEST, ausgezeichnet.

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KbT

KbT

Kontrolliert biologische Tierhaltung

Die ökologische Tierhaltung ist bestimmt von der Achtung und dem Respekt vor Tier und Mensch. Die Merinoschafe werden ihren arteigenen Bedürfnissen gerecht gehalten, damit sie gesund und stressfrei leben können. Die Wahl der Weiden muss hinsichtlich der klimatischen und ökologischen Bedingungen zu den Merinoschafen passen, der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln ist sowohl auf den Weiden als auch am Tier unzulässig. Die Fortpflanzung der Tiere erfolgt auf natürliche Art und Eingriffe am Tier, wie das Kupieren des Schwanzes oder Mulesing, sind verboten. Kurzum – die Schafe sollen zufrieden leben.

Die in der Engel-Wollwäsche verwendete Merinoschurwolle stammt aus kontrolliert biologischer Tierhaltung. Durch den kontrolliert biologischen Ursprung werden gesundheitsschädliche Substanzen wie Pestizide und Herbizide vermieden und können dadurch erst gar nicht in die Wäsche von Engel gelangen. Dafür sind diese Artikel mit der höchsten Prämierung des IVN, mit dem Qualitätszeichen NATURTEXTIL – IVN ZERTIFIZIERT BEST, ausgezeichnet.

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L

Lanolin

Lanolin

Bei Lanolin/Wollfett handelt es sich um ein natürliches Sekret aus den Talgdrüsen der Schafe. Als Schutzfilm hält es die Wolle geschmeidig. Wollfett ist hellgelb bis bräunlich und hat einen charakteristischen Geruch. Lanolin geht beim Waschen ins Waschwasser über, deshalb sollten Sie Bekleidung aus reiner Wolle, um die Wolleigenschaften zu erhalten, mit Lanolin-Wollkur pflegen.

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M

Mulesing

Mulesing

Aus klimatischen Gründen werden vor allem in Australien und Neuseeland die Schafe von der Schmeißfliege (blowfly) befallen, besonders die stark bewollten Merinoschafe. Die Fliege gedeiht vor allem in den Regionen, die dauerhaft grünen Untergrund haben, d. h. in denen es öfters regnet. Das Klima ist kontinental geprägt und weist, außer im Süden Australiens, nur geringe jahreszeitliche Schwankungen auf.

Die Tiere werden von Fliegenmaden befallen. Die Fliegen setzen sich in die warmen, feuchten, von Kot und Urin verschmutzten, schlecht belüfteten Hautfalten der After- und Genitalregion. Dort herrscht das optimale Klima für die Maden, welche die Fliegen hier ablegen. Die Maden wandern in Haut und Unterhaut und fressen das Schaf quasi bei lebendigem Leibe. Es kommt zu schweren Entzündungen und oft auch zum Tod des Schafes. Besonders bei hohen Außentemperaturen vermehren sich die Maden schnell. Um die Schafe davor zu retten, kommt es zum qualvollen „Mulesing“. Zur Vorbeugung gegen den Befall mit Fliegenmaden werden in Australien den Lämmern ohne Betäubung mit einer scharfen Schere Hautfalten um After, Vulva und Schwanz herausgeschnitten. Diese Wunden werden nicht weiter behandelt, sondern müssen von alleine heilen und vernarben. Auf dem Narbengewebe wächst keine Wolle mehr, es bleibt glatt und faltenfrei, so dass hier Maden nicht mehr angelockt werden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch bei australischen Wollen aus kontrolliert biologischer Tierhaltung die Schafe „mulesed“ sind. Die Kriterien für die kontrolliert biologische Tierhaltung sind durch die NASAA (National Association of Sustainable Agriculture Australia Ltd.) geregelt. Im Organic Standard der NASAA ist Mulesing zwar grundsätzlich verboten, aber es gibt Ausnahmen, die die Anwendung von Mulesing unter sehr eingeschränkten Bedingungen zulassen.

Nach unseren Recherchen kann Mulesing auf Farmen angewandt werden, die konventionelle Tierhaltung praktizieren und die häufig in regenreichen Regionen angesiedelt sind. Bis 2010 will Australien Alternativen in der Züchtung und (allopathischen) Behandlung gefunden haben, um auf Mulesing zu verzichten. Hauptabsatzmarkt für australische Wollen ist China. Allerdings wandern die Wolltextilien wiederum zum größten Teil an europäische Verbraucherinnen und Verbraucher.

Einige Länder in Südamerika haben bereits Gesetze und Kontrollsysteme zum Ökolandbau entwickelt, die sich an den Erfordernissen der Zielmärkte (Europa und USA) orientieren. Dazu gehört z. B. Argentinien. So hat Südamerika das größte Aufkommen an Wollen aus kontrolliert biologischer Tierhaltung und sie orientieren sich an der EU-Richtlinie für den ökologischen Landbau. Bedingt durch die klimatischen Verhältnisse in Patagonien – es gibt große Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter und zwischen Tag und Nacht und es ist sehr windig –ist die argentinische Merinowolle stärker gekräuselt als die australische, um die Tiere vor Kälte und Wind zu schützen. Und aus demselben Grund gibt es dort keine „blowflies“, sodass die Problematik des Mulesing nicht zum Tragen kommt.

Es wäre schön, wenn Sie beim Kauf von Wollbekleidung aus feiner Merinoschurwolle auf Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung achten würden, denn das wunderbar weiche Tragegefühl und die angenehmen und gesundheitsfördernden Eigenschaften der Wolle sollen keinen schalen Beigeschmack von Tierquälerei haben.

ENGEL setzt für alle Wollprodukte ausschließlich argentinische Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung ein. Alle Wollartikel von ENGEL sind zertifiziert mit dem Qualitätszeichen „NATURTEXTIL – IVN ZERTIFIZIERT BEST“. Das ist ein Garant für „Mulesing-freie“ Wollen. ENGEL verwendet für alle Wolle/Seide-Artikel ausschließlich Wolle aus kontrolliert biologischer Tierhaltung.

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N

Naturtextil

Naturtextil

Naturtextil

Qualitätszeichen für Naturtextilien des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft e. V. (IVN). Qualitätszeichen NATURTEXTIL IVN ZERTIFIZIERT BEST steht als Premium-Label für Kleidung, die nach den derzeit maximalen ökologischen Standards hergestellt wurde. Mit dem GLOBAL ORGANIC TEXTILE STANDARD (GOTS), dem international einheitlichen Label für ökologische Textilien, werden Textilien gekennzeichnet, die die Basisanforderungen, ebenfalls auf technisch hohem ökologischen Niveau erfüllen. Nur Firmen, die die strengen Produktionsrichtlinien des IVN einhalten, erhalten die Erlaubnis ihre Produkte auszuzeichnen. Die Standards werden immer und nachprüfbar auf jeder Produktionsstufe und für jeden eingesetzten Stoff kontrolliert und zertifiziert.

GLOBAL ORGANIC TEXTILE STANDARD

Dies ist der Mindeststandard, den IVN-zertifizierte Textilprodukte erfüllen müssen. Er ist das international etablierte, einheitliche Label für ökologische Textilien.

Aus mindestens 90 % Naturfasern muss ein Produkt bestehen, wenn es das GOTS-Label tragen soll, höchstens 10 % dürfen synthetische Fasern oder Viskose sein. Lediglich für Socken, Leggings und Sportbekleidung dürfen bis zu 25 % synthetische Fasern eingesetzt werden. Unabhängig davon müssen insgesamt mindestens 70 % der Fasern von Pflanzen oder Tieren aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft (kbA oder kbT) stammen. Beim ökologischen Faseranbau wird auf chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel und Dünger verzichtet, artgerechte Tierhaltung ist vorgeschrieben. Ökoanbau schützt Boden, Wasser und Luft, erhält die Artenvielfalt und verzichtet auf Gentechnik.

Bei der Faseraufbereitung ist es wichtig, bestimmte chemische Prozesse einzuschränken: gebleicht werden darf nur mit Sauerstoff, das Chlorieren von Wolle ist nicht erlaubt. Mechanische oder thermischen Verfahren hingegen sind unbedenklich.

Zum Färben und Bedrucken der Stoffe dürfen nur gesundheitlich und ökologisch unbedenkliche Substanzen verwendet werden, die von den Zertifizierungsstellen zugelassen sind. Farben mit toxischen Schwermetallen, aromatische Lösungsmittel oder die Gruppe der gefährlichen Azo-Farbstoffe sind tabu.

Manche Textilien werden mit funktionellen Eigenschaften, wie z.B. „knitterfrei", „wasserabweisend" oder „antipilling" versehen. Bei Naturtextilien darf diese „Ausrüstung" jedoch nur durch mechanische, thermische und andere physikalische Verfahren erzielt werden. Synthetische Hilfsstoffe sind nur beim Weichmachen, Walken und Filzen erlaubt.

Problematische Substanzen wie z.B. giftige Schwermetalle, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel, Chlorphenole oder bestimmte Halogenverbindungen sind im gesamten Produktionsprozess verboten. Alle Stoffe müssen biologisch abbaubar sein und dürfen Boden, Luft und Wasser nicht belasten.

Zutaten und Accessoires wie Applikationen, Einlagen, Futter, Kordeln und Schulterpolster sind aus Naturfasern oder Viskose. Bei Reißverschlüssen muss das Metall frei von Chrom und Nickel sein, um Allergien zu vermeiden.

Um die Qualität der Textilien sicherzustellen, sind entsprechende Anforderungen hinsichtlich der Lichtechtheit, Schweißechtheit, Speichelechtheit, Waschechtheit und des Einlaufens festgelegt.

Sämtliche Endprodukte müssen Rückstandsgrenzwerte hinsichtlich einer umfassenden Liste gesundheitsgefährdender und umweltbelastender Stoffe einhalten. Die „International Labour Organisation" definiert Kriterien, die für den GOTS als minimale Sozialkriterien gelten: Verbot von Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Misshandlung oder Diskriminierung, gerechte Löhne, Arbeitsschutz und Vereinigungsfreiheit.

NATURTEXTIL ZERTIFIZIERT BEST

Dieses Qualitätszeichen des IVN steht für höchstmöglichen ökologischen Anspruch und übertrifft damit nochmals deutlich die Anforderungen des GOTS. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass die Textilien aus 100 % zertifiziert ökologischen Fasern hergestellt sein müssen.

Die Liste zugelassener Farben und Hilfsmittel ist kürzer als die für den GOTS, beispielsweise wird keine Ausnahme für Kupfer bei den schwermetallhaltigen Farben gemacht. Das Mercerisieren, also die Veredelung von Baumwollgarnen mit Natronlauge zur Erhöhung des Glanzes, ist verboten. Auch optische Aufheller sind nicht erlaubt.

Bei Zutaten und Accessoires sind keine Einlagen, Stickgarne oder Bänder aus Viskose erlaubt, sie müssen ebenfalls aus Naturfasern bestehen.

Quelle: IVN

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Nickelfrei

Nickelfrei

Nickel ist ein silbrig-weißes Metall und der häufigste Auslöser von Kontaktallergien. In Deutschland sind schätzungsweise 2 Mio. Menschen gegen Nickel sensibilisiert. Außerdem führt das Einatmen anorganischer Nickelverbindungen zu einem erhöhten Lungenkrebsrisiko. Deshalb verwendet Engel bei Druckknöpfen und sonstigen Verschlüssen nur nickelfreie Materialien.

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P

Pflegesymbole

Pflegesymbole

Waschen

waschen

Normalwaschgang

waschen

Schonwaschgang

waschen

Spezialschonwaschgang

waschen

Handwäsche

Die Zahlen im Waschbottich entsprechen den maximalen Waschtemperaturen, die nicht überschritten werden dürfen. Der Balken unterhalb des Waschbottichs verlangt nach einer (mechanisch) milderen Behandlung (Schonwaschgang). Er kennzeichnet Waschzyklen, die sich zum Beispiel für pflegeleichte und mechanisch empfindliche Artikel eignen. Der doppelte Balken kennzeichnet Waschzyklen mit weiter minimierter Mechanik, z.B. für Wolle.


Bügeln

bügeln

heiß bügeln

bügeln

mäßig heiß bügeln

bügeln

nicht heiß bügeln, vorsicht beim Bügeln mit Dampf

bügeln

nicht bügeln

Die Punkte kennzeichnen die Temperaturbereiche der Reglerbügeleisen.


Tumblertrocknung

trocknen

Trocknen mit normaler thermischer Beanspruchung

trocknen

Trocknen mit reduzierter thermischer Beanspruchung

trocknen

Trocknen im Tumbler nicht möglich

Die Punkte kennzeichnen die Trocknungsstufe der Tumbler (Wäschetrockner).


Bleichen

bleichen

Chlor- und Sauerstoffbleiche zulässig

bleichen

nur Sauerstoffbleiche zulässig/ keine Chlorbleiche

bleichen

nicht bleichen


Professionelle Textilpflege

reinigung

keine Chemischreinigung möglich

reinigung

keine Nassreinigung möglich


reinigung reinigung reinigung reinigung

Die Buchstaben sind für die chemische Reinigung bestimmt und geben einen Hinweis auf die in Frage kommenden Lösemittel. Der Balken unterhalb des Kreises verlangt bei der Reinigung nach einer Beschränkung der mechanischen Beanspruchung, der Feuchtigkeitszugabe und/oder der Temperatur.

trocknen trocknen trocknen

Dieses Symbol kann Artikel kennzeichnen, die im Nassreinigungsverfahren behandelt werden können. Es wird als zweite Zeile unter dem Symbol für die Chemischreinigung angebracht. Die Balken unterhalb des Kreises verlangen bei der Nassreinigung nach einer Beschränkung der mechanischen Beanspruchung (siehe Waschen).

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R

Raglan

Raglan

Raglan

Ärmelschnittform, bei der Ärmel- und Schulterteil aus einem Teil bestehen. Die Raglannaht verläuft vom Halsring quer über die Brust und schräg über den Rücken zum Armloch.

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S

Schappe-Seide

Schappe-Seide

wird aus dem Kokon des Wildseidenspinners gewonnen. Es sind die langstapeligen Fasern, die im Schappespinnverfahren zu Tussahseide versponnen werden.

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Seide

Seide

Der Seidenfaden ist eine tierische Eiweißfaser, der aus dem Kokon der Seidenspinnerraupe gewonnen wird und in Aufbau sowie Eigenschaften der Wollfaser ähnlich ist. Die außerordentlich langen Fasern der Naturseide, ihre Reißfestigkeit, Feinheit und ihr charakteristischer Griff machen sie zu einer der edelsten Textilmaterialien. Sie wirkt Temperatur ausgleichend und ist besonders hautverträglich, also für hautempfindliche Menschen sehr geeignet.

Seide kann 40 % ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen. Sie regeneriert sich, ähnlich wie Wolle, an der frischen Luft und muss nicht so häufig gewaschen werden. Zu empfehlen ist Handwäsche in warmem Wasser ohne Rubbeln. Vermeiden Sie beim Trocknen zu lange, direkte Sonneneinstrahlung, da die Faser sonst brüchig wird und an Festigkeit verliert.

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W

Wäschepflege

Wäschepflege

Wäsche aus Wolle und Wolle/Seide sollte man mit Wollwaschmittel von Hand waschen. Bitte nicht einweichen, nicht rubbeln, nicht wringen und in reichlich Wasser schwenken. Wichtig ist, dass Wasch- und Spülwasser die gleiche Temperatur haben, damit die Wolle keinen Kälteschock erleidet. Dies hätte zur Folge, dass die Wolle verfilzt. Nach dem Waschen die Wäsche in ein Handtuch wickeln, ausdrücken, in Form ziehen und liegend trocknen.

Wäsche aus Baumwolle ist maschinenwaschbar. Bitte keine Waschmittel mit bleichender und aufhellender Wirkung verwenden.

Bitte beachten Sie die Pflegehinweise auf unseren Wäscheverpackungen. Eine Erläuterung der Symbole finden Sie unter Pflegesymbole.

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Wolle

Wolle

Wollhaare sind Eiweißfasern und in ihrer Zusammensetzung der menschlichen Haut ähnlich. Als Wolle wird nur Schafhaar bezeichnet. Alle anderen Tierhaare von Lamas, Vikunjas, Ziegen, Angorakanin und Kamelen, werden nicht als Wollen definiert, obwohl sie sich im Aufbau alle ähneln. Alles sind Eiweißfasern, die aus Keratin (Horn) bestehen. Das Wollhaar hat einen charakteristischen Aufbau durch seine feinen, stufenartig übereinander liegenden Schuppen. Diese äußeren Schuppen können sich bei falscher Behandlung so ineinander verhaken, dass die Schuppen fest verzahnt sind, d. h. die Wolle verfilzt. Schurwolle sind Wollhaare, die man durch Scheren lebendiger Schafe gewinnt. Nur die Erstverarbeitung darf als reine Schurwolle bezeichnet werden. Merinoschurwolle stammt vom Merinoschaf, sie ist fein gekräuselt und anschmiegsam weich.

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Wolleigenschaften

Wolleigenschaften

Wolle ist sehr elastisch. Sie ist Schmutz und Wasser abweisend. Wolle wirkt sehr Temperatur ausgleichend und Wärme regulierend. Sie hält besser warm, als alle anderen Materialien. Sie reguliert die Hautatmung und den Sauerstoffaustausch. Sie kann bis zu 35 % Ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen. Außerdem ist Wolle von Natur aus fetthaltig.

Durch die Schmutz abweisende Eigenschaft ist häufiges Waschen überflüssig, denn die Wolle regeneriert sich selbst, in Verbindung mit sauerstoffreicher Luft, also durch Lüften im Freien.

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